Das Geheimnis, Blogartikel noch schneller zu schreiben, ist, dir richtig viel Zeit zu lassen. Klingt nach einem Widerspruch? Ist es aber nicht.

Lass mich dir heute erklären, warum.

Viele Blogger setzen sich mit einer eher vagen Idee vor den Bildschirm und wundern sich dann, warum es nicht fließt. Doch zum Schreibfluss kommt es nur dann, wenn du drei bestimmte Phasen des kreativen Prozesses durchlaufen hast:

  • Inspiration
  • Inkubation
  • Illumination

 

Die einzelnen Phasen des kreativen Prozesses dauern ihre Zeit und lassen sich nicht wirklich überspringen oder beschleunigen. Wenn du morgen einen großartigen, richtig guten Blogbeitrag veröffentlichen möchtest, aber keine Ahnung hast, worüber du bloggen sollst: vergiss es. Ohne Inspiration, Inkubation und Illumination geht das garantiert in die Hose. Deshalb brauchst du auf dem Weg zu deinem Blogartikel Zeit. (Und deshalb solltest du deine Blogbeiträge auch unbedingt Wochen im Voraus planen!) Inspiration funktioniert eben nicht auf Knopfdruck.

Doch der Witz bei der Sache ist: Wenn du dich auf diese drei Phasen, die nebenbei, dazu meist noch unbewusst und völlig ohne geistige Anstrengung verlaufen, einlässt, ist das eigentliche Schreiben deines Blogbeitrags eine Sache von zwei, drei Stunden. Nicht mehr.

Hast du Lust, Blogartikel noch schneller schreiben zu können? Dann kommt hier eine kleine Einführung in die Theorie des kreativen Denkens[1].

1. Inspiration: Sei ständig auf Themensuche

Gehe mit offenen Augen und offenen Ohren durch die Welt. Notiere deine Ideen an ein und demselben Ort. Ich nutze dafür das Tool Evernote. Darin habe ich ein Notizbuch mit „Blog-Ideen“ erstellt und lege mir für jede Idee eine neue Notiz an, in der ich Gedanken, Links, passende Bilder, Begriffe, Ideen zur Struktur etc. aufschreibe.

Das Beste an der Inspirationsphase ist: Du wirst netto nicht viel Zeit darauf verwenden. Fünf Minuten hier. Zwei Minuten da. Manchmal speicherst du dir nur schnell einen Link oder ein Zitat ab, ein andermal notierst du ziemlich konkrete Gedanken für ein Unterkapitel.

2. Inkubation: Geh mit deiner Idee schwanger

Viele machen den Fehler, sofort anzufangen zu schreiben, sobald sie eine vage Idee für einen Blogbeitrag haben. Das ist meistens nicht sehr effektiv. Auch wenn die Worte zunächst gerade so aus dir raussprudeln, irgendwann versiegt die Quelle und du starrst auf ein weißes Blatt Papier. Du starrst und starrst und beschließt, dass es für heute reicht mit dem Schreiben. Das ist auf Dauer ziemlich frustrierend. (Ich weiß das so genau, weil ich das früher auch so gemacht habe.)

Der Grund für diese Art der Schreibblockade ist schnell erklärt: Jede Idee benötigt eine gewisse Inkubationszeit. Eine Zeit zum Reifen.

Gehe daher mit deiner Idee eine Zeit lang schwanger und assoziiere wild. Spiele ein bisschen mit deinen Gedanken und nach und nach wird das Dokument wachsen und gedeihen. Die Struktur deines Blogartikels wird sich herauskristallisieren und die Zwischenüberschriften werden stehen. Andere Dinge wirst du wieder streichen.

Manchmal beschäftigt sich dein Gehirn in dieser Inkubationszeit sogar mit völlig anderen Themen, und auch das ist absolut ok so. Deine Idee wandert ins Unterbewusste und nicht selten vergisst du sie sogar wieder.

Diese Inkubationszeit ist wahrscheinlich die wichtigste Phase in deinem kreativen Prozess. Gleichzeitig ist es manchmal ganz schön schwer, sie auszuhalten, weil sie in der Regel länger als zwei Tage dauert.

Manche Texte brauchen Wochen, Monate oder gar Jahre zum Reifen! Und wer wartet schon gerne? Wichtig ist aber, der eigenen Kreativität zu vertrauen. Der Inkubationsprozess lässt sich eh nicht beschleunigen. Die Alternative ist trostlos auf ein weißes Blatt Papier zu starren und das willst du sicherlich noch weniger.

Wie lange die Inkubationszeit nun genau dauert, willst du wissen? Ganz einfach: so lange wie nötig.

3. Illumination: Du hast einen Geistesblitz

Wenn du eine Idee eine Zeit lang mit dir trägst, mit ihr schwanger gehst, sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtest und dein unter Punkt eins (Inspiration) angelegtes Dokument hin und wieder ergänzt, passiert höchstwahrscheinlich Folgendes:

Ganz zufällig stolperst du über einen ganz anderen Artikel, Blogbeitrag, ein Zitat oder Bild und plötzlich weißt du ganz genau, wie dein Blogartikel auszusehen hat. Der Text, der einige Zeit in dir geschlummert hat, bricht geradezu aus dir heraus. Es ist gespenstisch, wie du schnell das Ding runterschreibst. (Die nötigen Informationen, Ideen, Zitate, Bilder und die Struktur mit passenden Zwischenüberschriften hast du ja schon in der Inspirationsphase gesammelt!)

Dieser Geistesblitz, dieses Aha-Erlebnis, dieser geniale Heureka-Moment passiert dann und nur dann, wenn du der Inspiration und der Inkubation die nötige Zeit lässt. Deshalb solltest du diese zwei Phasen auf keinen Fall beschleunigen.

4. Elaboration: Lass es fließen!

Wie gesagt: Das eigentliche Schreiben ist jetzt nur noch eine Sache von zwei, drei Stunden. Mehr nicht. Nach deinem Geistesblitz setzt du dich vor den Bildschirm und lässt es fließen. Ja, es ist wirklich so leicht.

Viele haben gute Erfahrungen mit der Pomodoro-Technik gemacht, aber vielleicht hast du für dich ein anderes System. Viele Wege führen nach Rom. Mit entsprechender Inspirations- und Inkubationszeit spielt die Schreibtechnik meiner Erfahrung nach eine eher untergeordnete Rolle.

Wie du deine Blogartikel noch schneller schreiben kannst: Planung ist alles

Du siehst: Wenn du dir beim Bloggen genügend Zeit und Raum für Inspiration und Inkubation deiner Ideen lässt, brauchst du nie wieder vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen, sondern kannst deine Blogartikel noch schneller schreiben als bisher. Im Turbogang sozusagen.😃

Deshalb ist es so entscheidend, dass du das Bloggen planst. Ein Redaktionsplan, der auch genügend Zeit für die Inkubation deiner Ideen lässt, hilft dir dabei. Im Idealfall setzt du dich an deine Blogartikel mehrere Wochen vor dem geplanten Veröffentlichungsdatum und rockst das Ding. 😃

Wie ist es bei dir? Lässt du deinen Blogartikeln die nötige Inkubationszeit?

 

 

 

 

[1] Die Grundlagen dafür haben Hermann von Helmholtz (1884), Henri Poincaré (1908) und Graham Wallas gelegt.

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