Newsletter schreiben, die geöffnet und gelesen werden – wie geht das eigentlich? Dieser spannenden Frage möchte ich in einer zweiteiligen Artikelserie nachgehen.
 
Bevor ich mich im nächsten Blogartikel der Sprache, dem Design und der optimalen Versandzeit deines Newsletters widme, sollen heute erstmal die Basics geklärt werden.
 
Wie ist ein Newsletter aufgebaut?
 
Legen wir gleich los. Folgende 8 Schlüssel-Elemente sollte dein Newsletter enthalten:
 

 

#1 Absender

Hey, das bist ja du! Nur – das wusstest du ja bereits.😉
 
Ganz anders geht es da den Empfängern deiner Mail.
 
Wenn sie das Plinggeräusch ihres Mailprogramms hören, haben sie erstmal keine Ahnung, wer ihnen schreibt. Es könnte der beste Freund mit den Schnappschüssen vom Wochenende sein. Eine Mahnung der letzten unbeglichenen Online-Shopping-Tour. Der Newsletter irgendeines Foodblogs mit einem aufwendigen Rezept für einen veganen Kürbiskuchen. Oder die Grundschullehrerin des Sohnes.
 
Die Absenderadresse ist oft der erste Anhaltspunkt dafür, ob wir eine E-Mail öffnen oder ob wir sie ungelesen in den Papierkorb befördern.
 

DOS & DON’TS


Eine unpersönliche Absenderadresse wie veganfood@123.net hat angesichts all der „realen“ Menschen in einem Posteingang daher nur schlechte Karten. (Die Gefahr, dass sie es gar nicht erst durch den Spamfilter schafft, ist zudem groß.)
 
Achte deshalb unbedingt darauf, dass du in dem Posteingang deiner Newsletter-Abonnenten auf den ersten Blick als reale Person zu erkennen bist.
 
Funktion deiner Absenderadresse: Vertrauen bei den Empfängern aufbauen

Verwende deinen vollständigen Namen (mindestens aber den Vornamen) und kombiniere ihn ggf. mit deinem Blognamen:

– Lieschen Müller (lieschenmüller@nähblog.de) oder
– Lieschen | Nähblog (lieschen@nähblog.de)
 

#2 Betreff

 
Hast du den Adressentest bestanden, gilt es nun, mit dem Betreff zu überzeugen.
 
Dabei hat der Betreff die Funktion, den Empfänger zum Öffnen der E-Mail zu motivieren.
 
Warum ist der Betreff so entscheidend?
 
Aus chronischem Zeitmangel entscheiden wir meist (innerhalb weniger Sekunden!) anhand der Betreffzeile, ob es sich lohnt, die E-Mail zu öffnen. Gib dir deshalb – analog zur Überschrift deines Blogartikels – besonders viel Mühe mit dem Betreff. Vor allem wenn du mit der Öffnungsrate deiner Mails unzufrieden bist, solltest du noch mehr an der Betreffzeile feilen.
 

DOS & DON’TS


Auf KEINEN FALL sollte der Betreff deiner E-Mail der Titel deines Blogartikels sein. Für Blogartikel-Überschriften gelten andere Regeln als für Betreffzeilen deiner E-Mails.
 
Da ist zum Beispiel das leidige Thema Spam. Um nicht aus Versehen im Spamordner zu landen, solltest du folgende Punkte in der Betreffzeile vermeiden:
 
– GROSSBUCHSTABEN
– Begriffe wie „kostenlos“ oder „gratis“ (am besten noch in Großbuchstaben … 😉)
– Viele Ausrufezeichen!!!!!!!!!!!!!!!!!
– bestimmte Wörter wie „jetzt“, „dringend“ oder Phrasen wie „bevor es zu spät ist“
– Sonderzeichen
 
Nicht empfehlenswert (da der Kategorie „Gääähn“ zuzordnen) sind ferner Betreffzeilen wie
 
– „Updates vom Blog“
– „Ein neuer Blogartikel ist online!“
– „Neuer Beitrag: …“ oder
– Der Oktober-Newsletter
 
Es klingt zwar hart, aber für die meisten Menschen ist der Fakt, dass du einen neuen Blogartikel veröffentlicht hast, kein Grund, euphorisch deine Mail zu öffnen. Gib ihnen also einen Grund. 😉
 
Der ideale Betreff macht neugierig, ohne zu viel zu verraten.
 
Und das ist gar nicht so leicht.
 
Idealerweise hat der Betreff eine Länge von nur max. 50-60 Zeichen. Werden deine E-Mails hauptsächlich auf Smartphones gelesen, dann solltest du versuchen, mit noch weniger Zeichen auszukommen.
 
Wie kann ein Betreff angesichts des knappen Platzes aussehen?
 

Möglichkeit 1: Stelle eine Frage

Eine E-Mail mit dem Betreff „Folgst du diesen 10 Instagram-Accounts?“ hat bei mir gut funktioniert. Die Öffnungsrate mit 52,8% und die Klickrate von 23,1% lagen deutlich über dem Branchen- und Listen-Durchschnitt.
 
Analog könntest du folgende Fragen in die Betreffzeile packen:

– „Machst du diese 7 Fehler mit xy?“
– „Kennst du diese 3 Geheimnisse über xy?“

Fragen machen neugierig. Und wer möchte nicht die Antwort wissen? 😉
 

Möglichkeit 2: Breche mit Gewohnheiten

Apropos neugierig. Den Newsletter von Caitlin Bacher mit dem Titel „Here’s what happened at 3am last week“ musste ich einfach öffnen. Warum? Nun, normalerweise bekomme ich von Caitlin Business-, Facebook- oder Instagram-Tipps … und keine Berichterstattung über ihre nächtlichen Aktivitäten.
 
Diese E-Mail fiel aus dem Muster und öffnete sich quasi wie von selbst.😃
 
In der E-Mail schaffte es Caitlin dann, geschickt den Bogen zu einem Business-Thema zu schlagen.
 

Möglichkeit 3: Sei geheimnisvoll

„81% of bloggers will never earn $100. The other 19% do this.“ – Aaah, ein exklusives Erfolgsgeheimnis von Melyssa Griffin höchstpersönlich … Und schon will ich es wissen. 😉
 

#3 Anrede

Grundsätzlich gilt: Je weniger Daten du für die Newsletter-Anmeldung haben willst, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich jemand einträgt.

„Dauert länger? Doof.“

Wenn du erst Vor- und Zuname, Anschrift, Telefonnummer und den Namen deines allerersten Haustieres hergeben musst, dann überlegst du es dir wahrscheinlich zweimal, ob du dich für einen Newsletter eintragen sollst. Mal ehrlich: Letzen Endes sind wir doch alle kleine Faultiere, die sich nicht mehr Mühe machen wollen als unbedingt nötig.
 
Wird stattdessen nur die E-Mail-Adresse und maximal der Vorname gefordert, musst du nicht lange überlegen …
 
Ich frage bei meinem E-Mail-Optin nach dem Vornamen und der E-Mail-Adresse, habe aber festgestellt, dass viele ihren Vornamen nicht eintragen. (Bei mir ist es nicht zwingend.) Wollen am Ende vielleicht gar nicht alle mit Vornamen angesprochen werden? Wollen sie nicht mehr Daten herausgeben als nötig? Oder bringen Menschen so wenig Zeit mit, dass ihnen sogar die (fakultative) Angabe des Vornamens zu lange dauert?
 
Trotz dieser (für mich noch) ungeklärten Fragen empfehle ich, die Empfänger mit ihrem Vornamen anzureden.
 
„Hallo Nicole“ ist einfach persönlicher als „Hey!“
 
Ich habe bei meinen Mails inzwischen beides getestet: Eine persönliche Anrede mit Vornamen und eine unpersönliche à la „Hey“. Die persönliche Anrede gefällt mir nicht nur als Schreibende, sondern auch als Lesende besser. Deshalb werde ich in Zukunft dabei bleiben.
 

#4 Inhalt

 
Aaaah, der Hauptteil. Das Kernstück deiner Mail. 😃
 
Weniger als die Hälfte der Empfänger wird es überhaupt bis zu diesem Teil schaffen. Entweder landet deine Mail im Spamordner, wird gleich gelöscht oder aufgrund einer langweiligen Betreffzeile nicht geöffnet.
 
Hat es jemand bis hierher geschafft, will er das, was du zu sagen hast, lesen! 😃
 

DOS & DON’TS

Wie grundsätzlich bei jeder Art von Content gilt nun auch hier: hochwertig sollte der Mail-Content sein und einzigartig.
 
Apropos einzigartig: Wie oft hast du einfach den Anfang deines Blogartikels kopiert und als Newsletter versendet? Was mich angeht: öfter, als mir lieb ist (und ich gelobe hiermit feierlich Besserung).😃

Der Inhalt deiner Mail sollte kurz und kompakt sein – ein Teaser, der Lust auf mehr macht. Keinesfalls solltest du einfach den gesamten Blogartikel als Mail verschicken.
 
Achte im Hauptteil darauf, die Erwartungen, die du in dem Betreff geweckt hast, zu erfüllen. Denke dabei langfristig: Je besser dir das gelingt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Empfänger auch die nächste Mail öffnen. Frustrierte Leser melden sich hingegen schnell wieder von deinem Newsletter ab.
 

#5 Call to Action

Das Ende deiner Mail braucht einen aussagekräftigen Call to Action. Für gewöhnlich wird es dir darum gehen, dass der Leser auf einen Link klickt – sei es zu deinem Blogartikel oder einer Landingpage. Sei beim CTA lieber klar und direkt als blumig und kreativ.
 

DOS & DON’TS

Beschränke dich unbedingt auf einen Call to Action. „Lese jetzt den Blogartikel“, „Folge mir auf Twitter“ und „Leite die Mail an einen Freund weiter“ führt zur sogenannten „Decision Paralysis“: Aus der Überforderung, sich zu entscheiden, macht dein Leser … erstmal gar nichts.
 
Kontrolliere in einer Test-E-Mail, ob der Link tatsächlich auch funktioniert. Du glaubst gar nicht, wie oft ich meine Mail in letzter Sekunde noch überarbeiten musste, weil ich festgestellt habe, dass der Link ins Nirwana führt.
 

#6 Abmeldelink

Jede einzelne deiner E-Mails muss unbedingt einen Link zum Abbestellen deines Newsletters enthalten. Nur so schreibst du einen rechtssicheren Newsletter.

#7 Impressum

Neben dem Abmeldelink brauchen deine Mails auch ein Impressum, um rechtssicher zu sein.

#8 Goodies

Für deine Newsletterabonnenten ist das Beste gerade gut genug. Deshalb solltest du ihnen von Zeit zu Zeit ein kleines Geschenk machen. Ob eine Checkliste, ein Template oder ein Cheat Sheet ist dir überlassen – sag ihnen mit einem Goodie einfach mal danke.😉
 
Im nächsten Blogartikel geht es mit der Sprache, dem Design und der optimalen Versandzeit des Newsletters weiter!
 

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