Du hast es geschafft. Nach mehreren Stunden oder sogar Tagen harter Denk- und Schreibarbeit ist dein Blogpost fertig. Endlich!

 

Wenn du auch zu den Bloggerinnen gehörst, die nun sofort auf „Veröffentlichen“ klicken und die Überabeitungsphase überspringen, dann aufgepasst: Heute möchte ich dir zeigen,
  • warum du deine Blogartikel unbedingt gründlich überarbeiten solltest, bevor du sie mit der ganzen Welt teilst, und
  • wie du das systematisch in 5 einfachen Schritten angehst

Warum du deine Blogartikel überarbeiten solltest 

 

1. Professionalität

Versteh mich nicht falsch. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Niemand ist perfekt. Ein vergessenes Komma oder ein Buchstabendreher sind kein Weltuntergang. Ehrlich.

 

Wenn du aber jede Woche aufs Neue unstrukturierte, unleserliche Texte veröffentlichst, bei denen es vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so wimmelt, wirkst du nicht sehr professionell. Punkt. Letzten Endes schadet dir das Bloggen so mehr, als dass es dir nützt. Wer professionell auftreten möchte, braucht professionelle Texte. Dazu musst du deine Blogartikel gründlich überarbeiten. Daran führt kein Weg vorbei.

 

2. Leserfreundlichkeit

Willst du deine Leser dauerhaft auf deinem Blog halten, musst du ihnen ein so angenehmes Leseerlebnis wie nur möglich bieten. Frustrierte Leser kommen nicht wieder. In der Überarbeitungsphase kannst du deinen fertigen Blogartikel noch leserfreundlicher gestalten und nachträglich mehr Absätze einfügen oder lange Sätze zu kürzeren umformulieren.

 

3. SEO-Optimierung

Auch wenn du für deine Leser schreibst – du solltest auf jeden Fall sichergehen, dass Google dich zumindest nicht hasst. Schließlich sollen deine Blogartikel gefunden werden. Die Überarbeitungsphase eignet sich hervorragend, um Über- und Zwischenüberschriften zu optimieren oder nachträglich die Anzahl der Keywords anzupassen.

 

Überzeugt? Dann lass uns jetzt angucken, wie du das Überarbeiten systematisch angehst. Diese 5 einfachen Überarbeitungsschritte kannst du auf jeden Blogartikel anwenden:

Blogartikel überarbeiten – Schritt für Schritt

 

1. Distanz

Bevor du dich nun motiviert in die Überarbeitung deines Blogartikel stürzst, brauchst du Abstand. Denn wenn du (lange) an einem Text schreibst, stellt sich die sogenannte Betriebsblindheit ein: Du wirst „blind“ für deinen eigenen Text und nimmst einen nicht nachvollziehbaren Gedankengang, vergessene Wörter oder Buchstabendreher nicht mehr wahr. Ein mehrtägiger Abstand kann da wahre Wunder bewirken.

 

Idealerweise lässt du deinen Text deshalb einige Tage ruhen, um dich mit einem „frischen Blick“ ans Werk zu setzen. Wenn du deine Texte mehrere Wochen im Voraus planst (was ich dir dringend empfehle!), sollte das kein Problem sein. Solltest du aber knapp dran sein, sind zwei, drei Stunden Pause vor dem Überarbeiten natürlich besser als nichts.

 

2. Struktur

Hast du etwas Abstand von deinem Text bekommen, geht es nun darum, deinen Blogartikel leserfreundlicher zu gestalten.

 

Mehr Absätze

Schau dir deinen Text genau an. Ist er in sinnvolle Absätze gegliedert oder besteht er nur aus einem undefinierten Textblock, der keine oder zumindest kaum einzelne Absätze hat?
Textwüsten sind aus zwei Gründen problematisch:
  • Niemand mag sie lesen. Insbesondere nicht deine Leser, die nur wenig Zeit und Geduld mitbringen, wenn sie auf deinen Blogartikel klicken.
  • Selbst wenn du den besten Blogartikel aller Zeiten schreibst – du machst es deinen Lesern unnötig schwer, deinem Gedankengang zu folgen. Die Augen brauchen beim Lesen Orientierung und viel weiße Fläche. (Und das klappt nun mal am besten mit Absätzen.)
Wenn du also willst, dass deine Leser deinen Blogartikel gerne lesen und deinen Gedankengang nachvollziehen, solltest du unbedingt mehr Absätze in deinen Text reinbringen.

 

Faustregel: Pro Absatz ein Gedanke. 

 

Achte nur darauf, dass ein Absatz überwiegend aus mehr als bloß einem Satz besteht. Ein in tausend Absätze zerrissener Text wird meist genauso ungern gelesen wie ein völlig ungegliederter.

 

Zwischenüberschriften

Nachdem du sichergestellt hast, dass dein Blogartikel in sinnvolle Absätze gegliedert ist, ist es Zeit, sich deinen Zwischenüberschriften zu widmen.

 

Zwischenüberschriften haben zwei Funktionen. Zum einen verleihen sie jedem Text mehr Struktur. Damit erhöhen sie den Lesefluss und erleichtern deinen Lesern das Scannen deines Artikels. (Viele überfliegen zum Beispiel Blogartikel, indem sie sich von Zwischenüberschrift zu Zwischenüberschrift hangeln.)

 

Zum anderen kannst du in Zwischenüberschriften gezielt deine Keywords platzieren. Auch wenn du keine große SEO-Expertin bist – dein Keyword in ein, zwei Zwischenüberschriften aufzunehmen, ist eine Sache von einer Minute.

 

Wie bei Absätzen gilt auch bei Zwischenüberschriften: das richtige Maß ist entscheidend. Idealerweise fügst du nach 250–500 Wörtern eine Zwischenüberschrift ein.

 

Aufzählungen

Aufzählungen solltest du unbedingt nummerieren oder mit sogenannten „Bullet Points“ versehen (das sind diese runden Punkte, die vor jedem Eintrag stehen). Schließlich ist
  • das
  • dies
  • und jenes
übersichtlicher als das, dies und jenes.

 

Aber auch Google findet es gut, von Zeit zu Zeit auf eine Aufzählung zu stoßen.

 

3. Plauderton

Wenn du deine unübersichtliche Textwüste zu einem gut strukturierten Text mit Zwischenüberschriften und Aufzählungen überarbeitet hast, ist schon viel geschafft! Noch besser ist es allerdings, wenn du zusätzlich im Plauderton schreibst.

 

Der Plauderton ist etwas, womit sich viele Bloggerinnen zu Beginn schwer tun, was sich aber unbedingt zu üben lohnt: Ein Plauderton ist nicht nur angenehmer zu lesen, sondern macht dich unverwechselbar und hebt dich von anderen Blogs in deiner Nische ab (denn hey, es ist dein Plauderton!).

 

Im Plauderton zu schreiben heißt nicht, dass du so schreibst, wie du sprichst (Ganz im Gegenteil – wer möchte schon einen Text mit abgehakten, ungrammatischen Sätzen?), sondern dass du so schreibst, dass der Text nicht geschrieben klingt.

 

Das gelingt dir folgendermaßen:

 

Punkte statt Komma

Niemand spricht in komplizierten Schachtelsätzen. Und niemand liest gerne Sätze, die sich über mehrere Zeilen strecken. Wenn du im Plauderton schreiben möchtest, solltest du deshalb unbedingt deinen Satzbau „entkomplizieren“.

 

Faustregel: Wenn sich ein Satz über mehr als drei Zeilen streckt, ist er zu lang. 

 

Gehe deshalb vor dem Veröffentlichen noch einmal durch den Text und suche dir die langen Übeltäter heraus. Versuche, bei jedem Satz, der länger als drei Zeilen lang ist, mindestens ein Komma durch einen Punkt zu ersetzen.

 

Kürzere Sätze lassen sich nicht nur besser lesen, sondern haben auch einen zweiten enormen Vorteil: Wer kürzere Sätze schreibt, kann weniger Kommafehler machen. 😉

 

Einfache Sprache statt Fachchinesisch

Benutzt du komplizierte Fachbegriffe, um die Leser von deiner Expertise zu überzeugen? Ganz schlechte Idee. Eine komplizierte Sprache zeigt deinen Lesern nur eins: dass du dich geschwollen ausdrücken kannst.

 

Willst du deine Leser wirklich beeindrucken, solltest so schreiben, dass du verstanden wirst. Verwende deshalb nur Begriffe, die auch deine Zielgruppe verwenden würde, und streiche komplizierte Fachbegriffe. Schonungslos.

 

Leser einbinden

Wenn du mit jemandem plauderst, dann sprichst du mit ihm. Deshalb solltest du deine Leser in deine Text einbinden und sie direkt ansprechen.
  • Das häufigste Wort deines Blogartikels sollte das Wörtchen „du“ sein und nicht etwa „ich“. Mache den Test und untersuche mit der Suchfunktion, welches Personalpronomen du in deinem Text öfter verwendet hast – „du“ oder „ich“?
  • Mache, wo es passt, aus einem Artikel ein Possessivpronomen („ein Blog“ —> „dein Blog“)
  • Verwende statt unpersönlichen Pronomen wie „man“ oder „viele“ lieber „du“ („Viele wissen nicht, wie …“ —> „Du weißt nicht, wie …“)
  • Stelle deinen Lesern hin und wieder eine Frage.
  • Verwende ab und an ein Emoji

 

Sprachregeln brechen (hin und wieder zumindest 😉) 

Im Plauderton zu schreiben, heißt auch, mal Fünfe gerade sein zu lassen. Ich bin großer Fan davon, Sprachregeln nicht immer allzu ernst zu nehmen und hin und wieder
  • unvollständige Sätze („Falsch gedacht!“, „Endlich!“)
  • Ausrufe („YAY!“, „Puh!“, „Hey“ etc.)
  • Satzanfänge mit „und“ oder „oder“ („Und das ist es auch.“)
zu verwenden.

 

Diese „Regelbrüche“ machen deinen Text lebendiger und leichter zu lesen. Keine Angst: Du musst mit deinen Blogartikeln ja nicht deine strenge Deutschlehrerin überzeugen, sondern deine Leser.
 

 

4. Sprache

Hast du in deinem Artikel für die nötige Struktur und den entsprechenden Plauderton gesorgt, solltest du deine Sprache etwas aufpolieren. Keine Angst, du musst keine ausgebildete Lektorin sein, um deine Blogartikel zu überarbeiten!

 

Überflüssiges eliminieren 

Zunächst solltest du das, was du geschrieben hast, darauf überprüfen, ob du es wirklich brauchst. Schnapp dir deshalb deinen (virtuellen) Rotstift und eliminiere:
  • Wortwiederholungen
  • Füllwörter („einfach großartig“ —> „großartig“)
  • unnötige Verneinungen („Das ist nicht schwer.“ —> „Das ist leicht.“)
  • Mitgemeintes („qualitativ hochwertig“ —> „hochwertig“; „Fähigkeit, etwas tun zu können“ —> „Fähigkeit, etwas zu tun“)
Faustregel: Jedes Wort, jeder Satz, jeder Absatz deines Blogartikels sollte eine Funktion haben. 

 

Falls du am Anfang noch unsicher bist, kannst du auf verschiedene Textanalyse-Tools zurückgreifen, zum Beispiel das der Wortliga.

 

Zweifelsfälle prüfen

Klein- oder Großschreibung? Zusammen oder getrennt? Noch nie war es so einfach, sprachliche Zweifelsfälle zu überprüfen. Umso erstaunter bin ich immer wieder, wie wenige Menschen davon Gebrauch machen.

 

Dabei ist geht es so schnell: Tippe in die Suchmaschine einfach die beiden in Frage kommenden Varianten ein („Reflektion Reflexion“) und … voilà! … dir wird die richtige Schreibweise auf dem Silbertablett serviert!
Quellen wie Duden.de oder korrekturen.de sollten dabei deine ersten Anlaufstellen sein.

 

5. Formalia

Prima! Du hast es gleich geschafft! Bevor du nun auf „veröffentlichen“ drückst, solltest du dir noch einmal die Beitragsvorschau angucken (nein, die Korrektur im Dashboard reicht nicht aus!) und überprüfen, ob
  • alle Links funktionieren
  • die Abstände, Absätze, Leerzeichen so sind, wie du sie haben möchtest
  • die Aufzählungen stimmen („1, 2, 3, 5, 7“ wäre blöd.)

 

Und jeeeeetzt … schick deinen Text raus in die Welt! 😃

 

Überarbeitest du deine Blogartikel auch immer gründlich? Lass uns unten weiterquatschen!
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